Pflegeberuf wird aufgewertet

Ab 2020 gibt es eine einheitliche Ausbildung zur Pflegefachkraft

Leitungskräfte der Altenhilfeeinrichtungen aus dem Pflegenetzwerk Katharina in einem Workshop Was bringt die Reform der Pflegeausbildung?
Damit beschäftigten sich Leitungskräfte der Altenhilfeeinrichtungen aus dem Pflegenetzwerk Katharina in einem Workshop.

Gute Nachrichten für alle, die ihre berufliche Zukunft in der Pflege sehen: Der Beruf wird aufgewertet. Die dreijährige Ausbildung wird ab dem kommenden Jahr neu gestaltet.

Ab 2020 gibt es nur noch eine Ausbildung, und zwar zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann für alle Bereiche der pflegerischen Versorgung. Sie ersetzt die bisherigen drei Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege – die existieren so nur in Deutschland. Für die künftigen Pflegefachleute bedeutet das beispielsweise: Ihr Beruf ist EU-weit anerkannt; sie können überall in Europa arbeiten.

Welche Änderungen mit der neuen Ausbildung und dem „Pflegeberufereformgesetz“ noch verbunden sind, darüber informierten sich Leitungskräfte aus Altenpflegeeinrichtungen des Mönchengladbacher Pflegenetzwerkes „Katharina“ in einem Workshop. Beispielsweise werden künftig alle Auszubildenden in den ersten beiden Jahren nach einem einheitlichen Lehrplan gemeinsam unterrichtet. Die bisher getrennten Klassen etwa mit angehenden Altenpflegern oder Gesundheits- und Krankenpflegern gibt es dann nicht mehr, erläuterte Evelyn Adams, die Leiterin der kbs Akademie für Gesundheitsberufe in Mönchengladbach.

Den praktischen Teil der Ausbildung beginnen die künftigen Pflegefachleute wie bisher etwa in einem Altenheim, einem ambulanten Pflegedienst oder einem Krankenhaus. Allerdings: Jede und jeder Auszubildende lernt alle Bereiche kennen. Wer etwa beim Träger eines Altenheims seine Ausbildung beginnt, absolviert auch mehrwöchige Einsätze in der ambulanten Pflege, in einer Klinik, in der Kinderkrankenpflege und in der psychiatrischen Versorgung. „Im zweiten Ausbildungsjahr sind die Auszubildenden demnächst auf Wanderschaft“, sagte Evelyn Adams dazu. Der Ausbildungsweg und die verschiedenen Praktika müssen natürlich mit den entsprechenden Partnern geplant werden; das übernimmt die kbs.

Und noch etwas ist neu: Die Auszubildenden haben die Möglichkeit, sich für das dritte Jahr neu zu entscheiden – sie können für einen rund dreimonatigen praktischen Vertiefungseinsatz und die praktische Prüfung den Ausbildungsort wechseln. Für die Ausbildungsbetriebe bedeutet das, dass sie attraktiv für ihre Nachwuchskräfte sein müssen.

In den kommenden Monaten werden die im Pflegenetzwerk Katharina zusammengeschlossenen katholischen Träger von Altenhilfeeinrichtungen neue Praxis-Curricula erarbeiten, und zwar sowohl für die künftigen eigenen Auszubildenden als auch für Auszubildende externer Kooperationspartner, die bei ihnen Praktika absolvieren. So erhält die künftige Pflegefachkraft schon zum Start einen verbindlich festgelegten Ausbildungsplan.

Klar ist: Pflegefachleute werden auch künftig sehr gefragt sein. Demnächst haben sie noch mehr Möglichkeiten, ihren Beruf und die eigene Karriere zu gestalten. Außerdem erhalten sie mehr Kompetenzen – auch das bedeutet eine Aufwertung des Pflegeberufs. Nach drei Jahren machen die Pflegefachleute wie bisher ihr Examen. Danach können sie überall in der Pflege arbeiten und sich in allen Bereichen fortbilden, beispielsweise zum Wundmanager, zur Fachkraft für Palliative Pflege oder zur Fachkraft für Intensivpflege und Anästhesie.

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